Als E-Commerce wird die Form der Geschäftsbeziehungen bezeichnet, bei der über das Internet eine unmittelbare Handels- oder Dienstleistungsbeziehung zwischen Anbieter und Abnehmer abgewickelt wird. In Unterscheidung zum weiter gefaßten E-Business bezieht sich E-Commerce auf die Abseitsseite, während E-Business die strategische Klammer für sämtliche Prozesse in und um Unternehmen darstellt, die sich auf Effizienz- und Effektivitäts-steigerungen mittels der Neuen Medien beziehen.
Gefeiert - zu Grabe getragen - wieder auferstanden - Gefeiert
E-Commerce galt lange Zeit als Inbegriff für "schnelles Geld" im schnellen Medium Internet: In Zeiten von astronomischen Börsenbewertungen an der NASDAC sowie am mittlerweile nicht mehr existenten Neuen Markt reichte es oftmals schon, im Firmennamen ein ".de" oder besser noch ".com" zu tragen - und der Börsengang wurde zum sicheren Erfolg. Kabel New Media, Pixelpark, Argonauten oder wie sie auch immer heißen/hießen: längst hat sich der Markt (zum Glück) auf ein solides Maß selbst reguliert. Man kann auch sagen: E-Commerce ist tot, es lebe das E-Commerce!
Oder besser: E-Commerce ist erwachsen geworden. Amazon, Otto, Ebay oder Lastminute.com sind gute Beispiele dafür, dass die damals versprochenen Visionen durchaus Wirklichkeit werden können. Damit es jedoch auch wirklich nicht nur bei der Vision bleibt, sind auch oder besser vor allem beim E-Commerce Regeln zu beachten, die auch die so genannte Old Economy lernen und einhalten mußte, um zuerst erfolgreich und anschließend auch wirklich "old" zu werden. Sich selbst zu überleben ist gerade in der Marktwirtschaft eine Kunst, die sich durchaus messen lassen muß!
Was E-Commerce vom "klassischen" Vertrieb unterscheidet
Die Besonderheiten beim E-Commerce gegenüber den traditionellen Vertriebskanälen wie dem stationären Einzelhandel sind die enorme Flexibilität auf der Angebotseite, sowie eine erhebliche Reduktion der Transaktionskosten mit Geschäftspartnern. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr lautet das Paradigma, rund um die Uhr auf Kundenfang gehen zu können; und das weltweit! Es werden beispielsweise auch Reise- oder Telefonkosten in der Kundenakquisition und Leistungspräsentation gesenkt. - Die räumlichen Distanzen sind bei physischen Leistungen dennoch auf traditionellem Weg zu erbringen und erfordern entsprechende Logistikkapazitäten.
Bedeutet E-Commerce das "Aus" für den stationären Handel?
Disintermediation durch das Internet - ja oder nein? Aufgrund der über 50%-igen Marktdurchdringung von Internetanschlüssen selbst bei Privathaushalten in Deutschland, hat sich E-Commerce vor allem über Auktionshäuser zunächst im C2C und B2C Markt durchgesetzt. Bei institutionellen Geschäftspartnern im B2B Markt werden Ausschreibungen und Geschäftsanbahnungen ebenfalls immer häufiger via Internet abgewickelt und einige Großunternehmen lassen bereits keine Lieferanten mehr zu, die sich nicht auf diesem Weg an der Vergabe beteiligen. Gerade sog. C-Güter lassen sich, da erklärungs- und beratungsarm, transaktionskostenarm über B2B-Portale handeln und somit sowohl für Anbieter als auch Nachfrager kostengünstiger handeln!